Gedanken eines SchreiberlingsWissenschaft

Schmerzmittel: Händchen halten

Wenn wir die Hand eines geliebten Menschen halten, synchronisieren sich die Hirnströme. Verspürt einer der beiden Schmerz, kann diese besondere Verbindung ihn lindern. Das jedenfalls fand eine Studie aus Baltimore heraus.

Die Wissenschaftler untersuchten 22 heterosexuelle Paare, die mindestens ein Jahr zusammen waren. Sie zeichneten die Hirnströme auf, während die Paare Händchen hielten, ohne Berührung nebeneinander saßen oder sogar in unterschiedlichen Räumen waren. In den gleichen Situationen fügten sie den Frauen anschließend einen leichten Schmerz durch Hitze am Arm zu.

Die Synchronisierung der Hirnströme war am stärksten, wenn sich die Partner berührten, aber alleine die Gegenwart des jeweils anderen zeigte Effekte + allerdings nur, wenn kein Schmerz involviert war. Verspürte die Frau Schmerz und  der Mann konnte sie nicht berühren, wurde die Verbindung der Hirnströme geringer.

Woran genau das liegt, wissen die Forscher noch nicht. Mich persönlich würde es sehr interessieren, denn ich mag eigentlich gar nicht berührt werden, wenn ich Schmerzen habe. Vielleicht ein Fehler?

Spannend ist auch, dass die Synchronisation stärker war, je mehr Empathie die Männer für den Schmerz der Frauen verspürten. Und je mehr Empathie, desto weniger Schmerz. Da wäre es doch interessant, was genau Empathie ist und wie sie entsteht – zum Glück schreibe ich darüber gerade einen Artikel, den es wohl bald zu lesen gibt. 😉 Schon mal so viel: das Hormon Oxytocin spielt dabei eine Rolle, und es ist auch bei der Neurobiologie des Vertrauens wichtig. Auch hierzu gibt es bald was zu lesen. Kleiner Tipp vorab: Umarmungen helfen, Empathie und Vertrauen aufzubauen, und wenn man Fremde umarmt, gaukelt man dem Gehirn eine tiefere Verbindung vor, als man eigentlich mit den Personen hat. Also, ich finds jedenfalls faszinierend.

 

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