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Oli, der Go-To-Statistiker

Der Beginn

Er war nie ein Mensch für den geraden Weg, doch eines blieb ihm bisher noch immer erhalten: Seine Neugierde. Schon in der Schule interessierte sich Oli für das Bewusstsein – die Neurobiologie und die Philosophie dahinter. Das war einer der Gründe, warum er Biologie studierte. Der andere:

„Ich hatte ein sehr idealisiertes Bild von Wissenschaftlern. Sie schienen mir wie Vorbilder voller Weisheit und intellektueller Ehrlichkeit.“

Oli

Diesem elitären Kreis wollte er auch angehören. Allerdings bekam seine Begeisterung schon während des Bachelor- und Masterstudiums einen gehörigen Dämpfer. Die Kurse schienen nutzlos und ohne hilfreiches Wissen für den Arbeitsmarkt. Also verließ Oli die Biologie für eine Weile und arbeitete als Krankenwagenfahrer.

Drei Jahre später kam er zurück, mit einer brennenden Frage: Wie kann es sein, dass Menschen ihr Leben an Alkohol verschwenden? Denn das hatte er in der Zeit im Krankenwagen oft genug beobachten müssen. Er wandte sich an das Institut für Psychopharmakologie und wurde Doktorand.

Die Doktorarbeit

Zu Beginn seiner Doktorarbeit war sich Oli sicher, dass er später im privaten Sektor arbeiten wollte. Das wird nicht unbedingt gern gesehen in akademischen Laboren – aber Ehrlichkeit ist eine seiner Stärken und Schwächen. Trotzdem bekam er den Job.

Olis Laufbahn als Doktorand endete nicht so, wie er es sich gewünscht hätte. In den letzten Monaten musste er Arbeitslosengeld beziehen. Fast hätte er „Hartz 4“ beantragen müssen.

Danach…

Oli nahm also die erste Stelle an, die er finden konnte: in einem Call Center, in dem er diagnostische Kits und Arzneimittel am Telefon bewerben musste. Dafür verdiente er sogar weniger als während seiner Doktorandenzeit. Erst elf Monate später fand er eine bessere Stelle.

…ging es wieder schief

Zuerst war er stolz, als Molekularbiologe zu arbeiten. Mit einem unbefristeten Vertrag bei einer Firma, in der sein Wissen mehr als willkommen war. Doch die Atmosphäre in der Firma wurde immer giftiger.

„Das Arbeitspensum war so hoch, dass es sich anfühlte, als würden wir wie Zitronen ausgequetscht.“

Oli

Viele Kollegen kündigten. Dann kam der Zeitpunkt, an dem auch Oli nicht mehr konnte. Er verließ die Firma und stand wieder ohne Arbeit da.

Und jetzt?

Nachdem Oli erfolglos nach Arbeit als Biologe gesucht hatte, begann er, sich auf IT und Statistik zu spezialisieren. Sobald er die ersten Bewerbungen versandte, war er erstaunt:

„Es ist verblüffend, wie viele Einladungen zu Jobinterviews man bekommt, wenn man sich außerhalb der Biologie bewirbt.“

Oli

Und zwar gleich mit Erfolg: Oli beginnt gerade einen neuen Job als Daten-Manager. Es geht um eine Mischung aus Biologie, Datenprogrammierung und Statistik, also für Oli eine Kombination aus altem und neuem Wissen.